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ISO 27001 oder SOC 2: was wählen für Kunden in Europa und den USA

Diese Frage kommt in fast jeder Erstberatung: «Der US-Kunde will SOC 2, der europäische ISO 27001. Was tun?» Die Unterschiede — ohne Marketingnebel.

Die Natur der Dokumente

ISO 27001 — Zertifizierung eines Managementsystems: Eine akkreditierte Stelle bestätigt, dass Ihr ISMS der internationalen Norm entspricht. Ergebnis: Zertifikat für 3 Jahre.

SOC 2 — Attestierungsbericht eines unabhängigen CPA-Prüfers (nach AICPA-Standards) über die Übereinstimmung Ihrer Controls mit den Trust Services Criteria (Sicherheit, Verfügbarkeit, Vertraulichkeit u. a.). Ergebnis: ein Detailbericht — Type I (Stichtag) oder Type II (Zeitraum, meist 6–12 Monate).

Wer was verlangt

  • US-Kunden, besonders SaaS — fast immer SOC 2 Type II;
  • Kunden aus EU, Großbritannien, Asien, öffentlicher Sektor — ISO 27001;
  • globale Enterprise-Kunden akzeptieren zunehmend beides; die größten wollen beide.

Die Gemeinsamkeiten

70–80% der Controls überschneiden sich: Zugriffe, Incidents, Änderungen, Lieferanten, Kontinuität. Die effizienteste Strategie: ein einziges Control-System bauen und beide Nachweise «daranhängen». Läuft das ISMS nach ISO 27001, verkürzt sich die SOC-2-Vorbereitung drastisch — und umgekehrt.

Mein Praxisrat

Schauen Sie auf Ihren Vertriebstrichter: Wo sitzen Ihre Zielkunden der nächsten zwei Jahre? Europa — starten Sie mit ISO 27001 (hier der Plan). USA — SOC 2 Type I, dann Type II. Beide Märkte — ISO 27001 als Basis plus SOC 2 als nächste Etappe. Die Datenschutzthemen behandelt die Kombination DSGVO + ISO 27701.

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Autor — Kyrylo Proskurnya, leitender ISO-Auditor und internationaler Experte für Managementsysteme. Ich führe Zertifizierungs- und interne Audits nach ISO 27001, ISO 9001, ISO 27701 und ISO 42001 für Unternehmen in der DACH-Region, Europa und den USA durch. Über mich · Beratung anfragen